Neueste Generation bioresorbierbarer Stents

26.06.18

Bisher war die Wahl der Behandlungsmethode bei einer relevanten koronaren Herzerkrankung für den Kardiologen ziemlich klar – es sollte ein medikamentenbeschichteter Stent implantiert werden, wenn eine Bypass-Operation keine Option ist. Diese kleinen, die Gefäßwände der Herzkranzgefäße stützenden Metallgitter, sind seit vielen Jahren eine effektive und sicherere Intervention im Herzkatheterlabor, um die Patienten von einem Herzinfarkt zu heilen oder zukünftig davor zu schützen. Allerdings verbleiben diese „Fremdkörper“ lebenslang im Gefäßsystem des behandelten Patienten.

Seit einiger Zeit gibt es daher Bestrebungen zur Entwicklung sich im Laufe von ein bis drei Jahren komplett auflösender, sogenannter „bioresorbierbarer“ Stents. In der klinischen Forschung zeigte die erste Stentgeneration noch einige Kinderkrankheiten, die in den vergangenen zwei Jahren durch eine komplette Neuentwicklung des sich auflösenden Stentmaterials erfolgreich beseitigt werden konnten.

Die neueste Generation mit nur noch 125µmStrebendicke weist nicht nur ein neues Design auf, sondern ist auch materialseitig zukunftsweisend. Der Kardiologe kann außerdem die Platzierung genauestens überprüfen, da der neue Stent im Röntgenbild viel deutlicher erkennbar ist.

Gestern konnte im Klinikum Magdeburg einem 61jährigen Patienten  der erste Stent neuester Generation in Sachsen-Anhalt implantiert werden. „Durch die Resorbtionsfähigkeit gibt er den geschädigten Gefäßen die Chance sich zu regenerieren und danach ohne Fremdkörper zu verbleiben“, führt der Leitende Oberarzt Dr. med. Jörg Mittag aus.  Er ist sich sicher, dass besonders für jüngere Patienten ohne schwere Begleiterkrankungen diese Neuentwicklung zukünftig das erste Mittel der Wahl sein wird.

 

Heike Gabriel
Pressesprecherin