Was tun, wenn der Druck zu groß wird?

22.03.18

Immer häufiger begegnen mir im klinischen Alltag großflächigere oder tiefe Schädigungen der Haut durch langes Liegen. Auch pflegebedürftige Patienten die auf einen Rollstuhl angewiesen sind und sich wenig selbst bewegen, leiden oft an Druckgeschwüren auch Dekubiti genannt.

Diese Hautschädigungen bedürfen der fachmännischen Pflege oder sogar einer operativen plastischen Defektdeckung. Doch wann sollte ein Dekubitus operiert werden und wie wird er pflegerisch richtig versorgt?

In der Klinik für Plastische, Brust- und Ästhetische Chirurgie steht ein Facharzt zur Verfügung, der die individuelle Therapie für jeden Patienten festlegt. Die Erfahrung zeigt, dass die Betroffenen in der Regel einen längeren Leidensweg hinter sich haben, bevor ärztlicher Rat in Anspruch genommen wird. Mit der Verlagerung der Pflege von bettlägerigen Patienten in das familiäre Umfeld werden die Angehörigen mit diesen Problemen konfrontiert und versuchen oft lange, das „Problem“ selbst in den Griff zu bekommen. Symbolisiert doch das Druckgeschwür für die Meisten mangelnde Pflege. Doch so einfach ist es nicht! Zur Überwindung dieser Barriere und zur Beantwortung der Fragen hat das Klinikum Magdeburg eine Dekubitus-Hotline unter 0391/791–6499 eingerichtet.

Gerade bei der Behandlung von ausgedehnten Befunden benötigt es das Zusammenspiel mehrerer Komponenten und die Festlegung einer umfassenden Therapie aus einer Hand. Das beginnt bei der richtigen Ernährung, der speziellen Wundpflege, dem Einsatz von optimalen Hilfsmitteln und endet manches Mal in einer notwendigen operativen plastischen Versorgung.

Dr. Mathias Reutemann, Chefarzt der Klinik für Plastische, Brust- und Ästhetische Chirurgie

  Ihr Mathias Reutemann

  Chefarzt der Klinik für Plastische, Brust- und Ästhetische
  Chirurgie am Klinikum Magdeburg