Klinikum Magdeburg gGmbH mit hochmodernem Hybrid-Operationssaal

26.09.12 Nach rund achtmonatiger Bauzeit nimmt die Klinikum Magdeburg gGmbH den ersten Hybrid-Operationssaal

Nach rund achtmonatiger Bauzeit nimmt die Klinikum Magdeburg gGmbH den ersten Hybrid-Operationssaal Sachsen-Anhalts in Betrieb. Dieser multifunktionale Operationssaal mit biplaner volldigitaler Röntgen- Bildgebung ermöglicht „Echtzeitbilder“ bei hochkomplexen Eingriffen unter anderem am Herzen, am Kopf und an den Gefäßen.

Damit wird das Klinikum sein Versorgungsangebot in der Region deutlich erweitern und Patienten versorgen können, die vorher in andere, weiter entfernte Spezial-Kliniken ausweichen mussten.

Der Hybrid-OP verbindet mehrere Fachrichtungen mit den dazugehörigen Operationskonzepten. Ärzte verschiedener Fachbereiche können gemeinsam oder auch getrennt voneinander hoch komplexe Eingriffe am Patienten in einem Operationssaal durchführen. Durch diese Art der Zusammenarbeit von Medizinern können während eines OP-Aufenthaltes neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnet werden und bei plötzlich auftretenden Komplikationen während der minimal-invasiven Eingriffe kann so ohne zusätzlichen Transport und Umbettung, und damit ohne Zeitverzögerung, eine sofortige z.B. chirurgische Fortsetzung der Operation erfolgen.

Durch diese Zusammenarbeit von Experten im Hybrid-OP werden nicht nur Behandlungsgrenzen, sondern auch ehemals fixierte Fachgebietsgrenzen überwunden. Darüber hinaus kann die Operationszeit deutlich verkürzt werden.

In Summe bedeutet die neue OP-Ausstattung einen erheblichen Gewinn an Behandlungssicherheit und Behandlungsqualität für unsere Patienten. Hinzu kommt, dass eine sofortige Therapiekontrolle möglich ist. All das nützt aber nicht nur dem Patienten, sondern bringt auch Vorteile für das behandelnde Team mit sich, wie eine spürbare Arbeitserleichterung und maximale Flexibilität.

Eine vollständig integrierte Hybridlösung

Der Hybrid-OP in der Klinikum Magdeburg gGmbH ist mit der neuesten Hightech-Technologie ausgestattet. Maßgeblicher Teil des neuen Saales ist die biplane, volldigitale Angiografieanlage mit zwei Flachdetektoren der Fa. Philips. Diese Angiographianlage mit integriertem OP-Tisch des Marktführers Maquet ist mit umfangreichen Bildgebungstechniken ausgestattet.

Und die Klinikum Magdeburg gGmbH ist deutschlandweit das erste Krankenhaus, an dem die neuentwickelte ClarityIQ-Technologie mit einem Neusystem in Betrieb geht. Hier werden

mithilfe fortschrittlichster Bildgebungsmethoden je nach medizinischem Anwendungsgebiet Dosiseinsparungen von bis zu 73 Prozent möglich, ohne dass – wie sonst üblich – Bildqualitätsverluste entstehen. Dies ermöglicht eine signifikant reduzierte Strahlenbelastung für den Patienten und das Mitarbeiterteam bei maximaler Untersuchungssicherheit.

Neben der ClarityIQ-Technologie verfügt das System über umfangreiche 3D-Modellierungsmöglichkeiten der Gefäße sowie CT-ähnliche Darstellungen, die die Planung der Prozeduren und den Eingriff selbst sicherer gestalten. Bildinformationen von MR- und CT-Aufnahmen können mit den Röntgenbildern überlagert werden, sodass der Arzt einen noch tieferen Einblick in die Anatomie des Patienten bekommt.

Zusätzlich verfügt das System über ein spezielles kardiologisches Aufnahmeprogramm, mit dem mittels einer einzigen Aufnahme alle für die Diagnostik entscheidenden Einblicke in die Gefäßstruktur des Patienten gewonnen werden können – das reduziert nicht nur die Strahlendosis, sondern spart auch wertvolle Untersuchungszeit bei der Behandlung.

Symbiotisch ergänzt wird die Installation durch das integrierte OP-Konzept OR1™ von KARL STORZ. Um eine effiziente und workfloworientierte Arbeit des Operationsteams zu unterstützen, hat sich das Klinikum Magdeburg zusätzlich für eine integrierte Vernetzung der OP-Geräte und moderne Dokumentations- und Telemedizinlösungen entschieden.
Die zentrale Steuerung des OP-Tisches, der OP-Leuchte und der OP- Dokumentation erfolgt über das STORZ Communication Bus- System. Hierbei wird z. B. die vorhandene Fernbedienung des Tisches 1:1 als realistische Benutzeroberfläche auf dem vorhandenen Touchscreen im sterilen OP-Umfeld abgebildet und kann von dort aus gesteuert werden. Das Konzept bietet dem OP- Team ebenfalls die Möglichkeit, Betrachtungsbildschirme bei komplexen Operationen bestmöglich zu positionieren, um zu jedem Zeitpunkt alle wichtigen Information im Blick zu behalten und die Ergonomie sowie den Arbeitsfluß zu sichern.
Über eine integrierte Audio--Video-Lösung können vorhandene Videoquellen auf jedem einzelnen Monitor im OP- Umfeld dargestellt werden. Dieser Informationsaustausch stellt sicher, dass alle anwesenden Personen im OP den gleichen aktuellen Kenntnissstand erhalten und damit die Patientensicherheit erhöht ist. Des Weiteren wurde eine direkte Kommunikation zwischen dem Büro des leitenden Arztes und dem Operationssaal umgesetzt. Der Arzt kann jederzeit und nach Bedarf mit dem OP-Team kommunizieren, unterstützende Informationen geben oder den OP-Verlauf beobachten, auch um bspw. zu entscheiden, ob zur Klärung fachlicher Fragen oder zur Zweitmeinung seine persönliche Anwesenheit notwendig wird.

Zur qualitätssichernden Patientendokumentation sowie zur wissenschaftlichen Evaluierung, wurde das bereits erwähntes Dokumentationssystem installiert. Es ermöglicht dem Klinikum, geniertes Bild- und Videomaterial zu dokumentieren und im zentralen Bildspeichersystem (PACS) zu speichern. Benötigte OP-Berichte und Befundungen werden zeitsparend erstellt und zentral in der Patientenakte inklusive der OP-Bilddaten abgelegt. Bei Bedarf können diese Daten an den weiterbehandelnden Arzt und den Patienten übergeben werden.

 

Zusammenfassend: Die ganzheitliche Behandlung des Patienten und die Vermeidung von zeitaufwändige Zwischenschritte wird perfektioniert, da alle notwendigen Untersuchungen in einem Raum, dem „Hybrid-OP“, durchgeführt werden können.

 

Der Hybrid- OP wurde in den zentralen OP-Bereich des KLINIKUM MAGDEBURG integriert, so dass seit September 2012 nun insgesamt 11 moderne OP-Säle zur Verfügung stehen.

Die Erstellung des Leistungsverzeichnisses für die oben beschriebene OP-Technik erfolgte im Oktober 2011 ebenso die Ausschreibung / Eröffnung des Vergabeverfahrens für den Modulbau.

Die Inbetriebnahme des Modulbaus erfolgte termingerecht im Februar 2012, der Montagebeginn der OP-Medizintechnik im Mai 2012.

Am 07.09.2012 erhielten wir die technische und hygienische Freigabe für den Hybrid-OP.

Neben den bereits erwähnten medizintechnischen Firmen wirkten weiter als Architekten maßgeblich mit

KHB-Architekten: Diplomingenieure Architekten BDA, 63225 Langen
HLS–Planer: Kls-Ingenieurbüro, Magdeburg
Elektro-Planer: bhp, Frankfurt
Bauleitung: askania plan, Gommern
sowie die Firmen
Rohbau/Trockenbau: Bauunternehmen Muth, Stendal
Elektro: Ritter Starkstrom, Magdeburg
H/S: VTB Versorgungstechnik Bau, Burg
RLT: OTTO Luft- und Klimatechnik, Leipzig
Mediz. Gase: K & H Medizintechnik, Wolfersdorf
GLT: Siemens, Magdeburg

Der Errichtung des Hybrid-OP kostete insgesamt ca. 4,3 Mio. €.

 

Magdeburg, 26.09.2012

gez.
Monika Eckenigk
amt. Leiterin Abt. Öffentlichkeitsarbeit/Pressesprecherin


Hybrid- OP im Klinikum Magdeburg